
Homberg (Efze), 4. Januar 2026 – In seiner Rede zur Haushaltsplanung für das Jahr 2026 legte der Fraktionsvorsitzende der FWG, Achim Jäger, den Finger auf die wunden Punkte der städtischen Finanzen. Er stellte klar, dass die Haushaltsberatung weit mehr ist als das bloße Abnicken von Zahlen; es geht um Vertrauen, Transparenz und eine ehrliche Einschätzung unserer finanziellen Situation in herausfordernden Zeiten.
Der Haushaltsentwurf zeigt auf den ersten Blick einen formalen Überschuss von rund 15.000 Euro, doch das ordentliche Ergebnis ist alarmierend: minus 1.085.000 Euro. Dies bedeutet, dass die laufenden Einnahmen nicht ausreichen, um die städtischen Aufgaben dauerhaft zu finanzieren. Der Überschuss basiert weitgehend auf einem möglichen Grundstücksverkauf im Industriegebiet, dessen Entscheidung noch offen ist.
Jäger betonte die Bedeutung, nicht nur die positiven Zahlen zu betrachten, sondern auch die möglichen Folgekosten der künftigen Ansiedlungen im Industriegebiet, wie etwa erhöhten LKW-Verkehr, höhere Lärmbelastung und Auswirkungen auf die Wohngebiete. Diese folgenreichen Aspekte fanden im Haushaltsplan bislang keine Berücksichtigung, was eine realistische Gesamtbewertung der Lage erschwert.
„Ein einmaliger Grundstücksverkauf kann hilfreich sein und kurzfristig Spielräume eröffnen, ersetzt jedoch keine nachhaltige Haushaltskonsolidierung“, erklärte Jäger. Deshalb beantragt die FWG, die angesetzten Grundstückserlöse von 1,1 Millionen Euro aus dem Haushalt zu streichen, um die finanzielle Realität der Stadt transparent darzustellen.
Der von der FWG diesbezüglich eingebrachte Änderungsantrag wurden ebenso wie zwei weitere Änderungsanträge zur Mittelfreigabe von Investitionen von den anderen Parteien mehrheitlich abgelehnt. Sperrvermerke waren für die Investitionen „Fußweg Hans-Staden-Allee / Grünanlage „Sau“ und beim Projekt „Zukunft Stadtgrün“ für die Bauvorhaben „Umweltbildungszentrum Haingasse“ und „Familienkaffee Stadtpark“ beantragt worden, weil es notwendige Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung überhaupt noch nicht gibt.
Ein weiterer Punkt, den Jäger ansprach, ist die Notwendigkeit, die aktuellen Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer beizubehalten. Dies ist nicht nur ein positives Signal der politischen Zurückhaltung, sondern auch eine wichtige Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger in Zeiten steigender Gebühren und Lebenshaltungskosten.
Trotz anspruchsvoller finanzieller Rahmenbedingungen muss Homberg auch weiterhin in notwendige Projekte investieren. Dazu zählen der Ausbau von Kindergärten, Maßnahmen für die Feuerwehren, Neubau des Freibads am Erleborn, Errichtung moderner Sportstätten am Stellberg aber auch die Neugestaltung und energetische Sanierung von Dorfgemeinschaftshäusern wie Welferode, Hülsa oder Mörshausen. Jäger wies jedoch darauf hin, dass diese Investitionen zwar notwendig sind, unser strukturelles Problem jedoch nicht lösen und langfristig die finanziellen Verpflichtungen erhöhen.
Besonders besorgniserregend ist der projizierte Schuldenstand von bis zu 96,6 Millionen Euro zum Ende des Jahres 2026. Dieser hohe Schuldenstand schränkt die Handlungsspielräume der Stadt erheblich ein.
„Wir stehen zu notwendigen Investitionen und sozialer Verantwortung, aber wir fordern auch realistische Annahmen und vollständige Folgekostenbetrachtungen“, so Jäger.
Zusammenfassend stellte Jäger fest, dass der Haushalt 2026 kein einfacher Haushalt ist. Er erfordert einen ehrlichen Blick auf die Zahlen und eine verantwortungsvolle Prioritätensetzung, um die Bürger über Entscheidungen und deren Kosten aufzuklären.
Achim Jäger
Fraktionsvorsitzender
FWG Homberg (Efze)