Die Freie Wählergemeinschaft Homberg (Efze) zeigt sich besorgt über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Immobilienerwerbe und Stadtentwicklung.
Ein Stillstand aufgrund zunehmender Verschuldung droht, wenn weiterhin problematische Immobilien ohne Nutzungskonzepte und Folgekostenrechnungen erworben werden. Beispiele wie die ehemalige Löwenapotheke, das Gebäude Untergasse 16 und die ehemalige Metzgerei Scherer zeigen, dass wir kritisch hinterfragen müssen, welche Immobilien wir warum kaufen.

Wir sind keinesfalls gegen den Erwerb von Immobilien oder den Ausbau von Wohnraum. Im Gegenteil, wir setzen uns für die Schaffung von mehr Wohnraum und die Belebung der Innenstadt ein. Als verantwortungsvolle Mandatsträger müssen wir jedoch sicherstellen, dass jedem Immobilienerwerb ein schlüssiges Nutzungskonzept und ein tragfähiges Finanzierungskonzept zugrunde liegen. Nur so können wir die Belastung der Stadtfinanzen und damit der Bürgerinnen und Bürger Hombergs in einem erträglichen Rahmen halten.
Kritische Überprüfung von Immobilienkäufen
Wir müssen Immobilienkäufe und Stadtentwicklungsprojekte kritisch hinterfragen und fundierte Entscheidungen treffen. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer verantwortungsvolleren Stadtpolitik. Wir sprechen uns gegen den Erwerb weiterer Immobilien aus, wenn kein klares Nutzungs- und Finanzierungskonzept vorliegt. Ein Beispiel ist das Objekt in der Untergasse, das unter Denkmalschutz steht. Die Renovierungskosten sind schwer abzuschätzen, und der marode äußere Eindruck lässt auf erhebliche Investitionen schließen.
Investitionen in Millionenhöhe für die ehemalige Engel-Apotheke, das Multifunktionshaus oder das Gasthaus Krone sind in Zeiten klammer öffentlicher Kassen nicht tragbar. Die Stadt sollte nicht als Immobilienmakler agieren. Es ist an der Zeit, vernünftige Rahmenbedingungen für Privatpersonen zu schaffen, die die Renovierung und Nutzung von Wohnraum im Stadtkern und in den alten Ortsteilen ermöglichen. Dadurch wird nicht nur der Stadtkern belebt, sondern es entstehen auch ansehnliche Immobilien und neue Ansiedlungen.
Vorschlag für ein eigenes Förderprogramm
Wir schlagen ein eigenes Förderprogramm der Stadt Homberg (Efze) vor, das über die klassischen Zuschüsse hinausgeht. Anstatt lediglich 1.000 Euro für neue Fenster anzubieten, sollten höhere Beträge bereitgestellt werden, die signifikante Investitionen in Gebäude in der Innenstadt und den Ortskernen ermöglichen.
Der Schwalm-Eder-Kreis dient hier als gutes Beispiel. Das 2021 initiierte Förderprogramm zur Stärkung historisch gewachsener Ortskerne kann auch bei angespannter Haushaltslage fortgeführt werden. Mit einem jährlichen Budget von 500.000 Euro konnten Investitionen von rund 19,5 Millionen Euro mobilisiert werden, was erheblich zur Belebung der Ortskerne im Landkreis beigetragen hat.
Zukünftige Entwicklung
Die Nachfrage nach altersgerechtem und barrierearmem Wohnraum wächst stetig. Viele ältere Menschen möchten in ihrer vertrauten Umgebung bleiben, sind jedoch oft nicht entsprechend untergebracht. In diesem Kontext unterstützt die FWG die Einführung und Fortführung von Förderprogrammen.
Der Kreistag des Schwalm-Eder-Kreises hat beschlossen, sein Programm anzupassen und auf die Schaffung altersgerechten Wohnraums auszuweiten. Die Erweiterung der förderfähigen Maßnahmen, einschließlich Kernsanierung und umfassender Umgestaltungen von Wohnräumen, soll den demographischen Herausforderungen gerecht werden.
Die FWG ist überzeugt, dass ein eigenes städtisches Förderprogramm, die Fortführung des modifizierten Förderprogramms des Landkreises und eine Lockerung der Denkmalschutzgesetze nicht nur zur Belebung der Ortskerne beitragen, sondern auch älteren Bürgerinnen und Bürgern helfen, in ihrem gewohnten Umfeld zu verbleiben. Dies steht im Einklang mit unseren Werten, den sozialen Zusammenhalt zu stärken und die Integrität unserer Gemeinden zu wahren.
Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich aktiv an der Diskussion über die zukünftige Gestaltung unserer Ortskerne zu beteiligen. Gemeinsam können wir eine lebenswerte und zukunftsfähige Region gestalten.