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Sued.Link

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„SuedLink“: Bundestagsabgeordnete sollten sich vor Ort beraten lassen

Stellungnahme von Dietmar Groß, Stadtverordneter der FWG und Vorsitzender des Ausschusses für Bau, Planung, Energie und Umwelt
zu den Meinungsäusserungen der Bundestagsabgeordneten Dr. Franke und Siebert in der HNA von 15.10.2014

Die Herren Siebert und Dr. Franke haben als Mitglieder des Deutschen Bundestages dem Netzausbau-Beschleunigungsgesetz zugestimmt. Damit haben sie faktisch den Energiemultis einen Freibrief gegeben, um ihr Geschäftsmodell zum Umbau der Energiewirtschaft über die Köpfe der Menschen hinweg durchzusetzen:

Eon und RWE bleiben die Big Player im Strommarkt und tauschen das  Geschäftsfeld Atomkraftwerke gegen off-shore-Windparks. Die Entsorgung der Atomruinen übertragen sie der Gesellschaft und lassen sich die Investition in die Windkraftanlagen mit hohen Einspeisevergütungen sichern. Damit der Nord- und Ostseestrom in die Mittelspannungsnetze der Konzerne im Süden und Westen kommt, lassen sie sich von der Bundesregierung Hochspannungsübertragungsnetze in einem bisher nicht üblichen Schnellverfahren durchpeitschen.

Und nun zeigen  sich  die MdB´s überrascht über den Unmut, den sie damit bei den BürgerInnen und Bürgern im Wahlkreis ausgelöst haben.

Doch anstatt die grundsätzliche Frage nach dem Sinn dieser Monstertrasse mit einer Leistungskapazität von vier Atomkraftwerken zu stellen eiern sie rum, bemäkeln die fehlende Transparenz oder fordern Erdkabel.

Immer mehr Menschen in unserer Region erkennen hoffentlich noch rechtzeitig:

1.- Diese Trasse ist eine inakzeptable Zumutung für die Menschen in der Umgebung
2.- Sie ist für die Gesellschaft viel zu teuer
3.- Sie ist eine Gefahr für die Energiesicherheit ( z.B. bei terroristischen Angriffen)
4.- Sie ist überflüssig, wenn endlich dezentralen Energieerzeugungs- und Verteilungsstrategien der Vorrang gegeben wird.

Das angesehene Kasseler Fraunhofer Institut  hat  bereits 2012 zusammen mit den nordhessischen Ernergieversorgern Perspektiven für eine zukünftige Energiepolitik aufgezeigt. Wir können davon ausgehen, dass in dieser Zusammenarbeit solide Markt- und Technologiekompetenzen zusammengeführt  und fundierte Prognosen erarbeitet wurden.

Im Ausblick schreiben die Autoren:
„Insgesamt zeigt die vorliegende Untersuchung, dass im dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien erhebliche Potentiale liegen. Es wird deutlich, dass die Umstellung des Energiesystems nicht vorrangig darin bestehen sollte, die derzeitige zentrale Struktur aus Atom- und Kohlekraftwerken in eine zentrale Struktur aus Offshore-Windkraft und zentralen PV-Kraftwerken zu überführen“ (Energiewende Nordhessen -Abschlussbericht 2012 IWES/SUN, S.55)

Bleibt zu hoffen, dass sich die Bundestagsabgeordneten demnächst auch einmal von den Experten vor Ort beraten lassen, bevor sie mit TenneT und dem Bundeswirtschaftsministerium hoffentlich im Interesse der Bürgerinnen und Bürger im Wahlkreis weiter verhandeln.

Dietmar Groß

Opitz zu Sued.Link: Information statt Panikmache

Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Sued.Link“ laden die Freien Wähler Homberg für den Samstag dieser Woche in ihren FreiRaum in der Westheimer Straße ein. Ab 10:30 Uhr besteht Gelegenheit, sich über den Stand der Dinge zur geplanten Hochspannungsleitung zu informieren. Bürgermeisterkandidat Markus Opitz, Fraktionsvorsitzender Achim Jäger sowie weitere Mitglieder der FWG-Fraktion werden dabei berichten, was sie bei der Informationsveranstaltung der Betreiberfirma TenneT am Dienstag erfahren haben.

Markus Opitz: „Wenn die Hombergerinnen und Homberger mich zu ihrem Bürgermeister wählen wird es natürlich eine vorrangige Aufgabe sein, die Planungen zur Stromtrasse sehr kritisch zu begleiten. Ziel ist es, gemeinsam mit der Betreiberfirma, aber auch in Kooperation mit Kreis und Nachbargemeinden die beste Lösung für Homberg zu finden. Aus meiner 23-jährigen Erfahrung in der kommunalen Verwaltung und meinem Engagement in einer Bürgerinitiative weiß ich wie solche Dinge anzupacken sind. Ich halte aber nichts davon, zum jetzigen Zeitpunkt Panik zu verbreiten. Es ist unseriös, schonwieder schlechte Nachrichten über Homberg zu publizieren und den Menschen Angst zu machen. Statt Panikmache müssen Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung im Vordergrund stehen. Daher nehme ich am Dienstag an der Informationsveranstaltung in Fritzlar teil und lade alle Hombergerinnen und Homberger ein, am kommenden Samstag gemeinsam über den Stand der Dinge ins Gespräch zu kommen.“

Samstag, 12. April 2014, 10- 12 Uhr, FreiRaum, Westheimer Straße 8 in Homberg

Stromtrasse Sued.Link: FWG fordert Informationen

Wo wird die neue Stromtrasse „Sued.Link“ die Homberger Gemarkungen genau überqueren? Und welche Beeinträchtigungen sind für die Homberger Bürgerinnen und Bürger zu erwarten? Das sind Fragen, die die Homberger Bevölkerung derzeit bewegen. Die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft (FWG) fordert daher Verwaltung und Magistrat auf, vollständige Informationen vorzulegen.

Nach dem Willen der FWG soll nach Einholung der notwendigen Informationen die Stadtverordnetenversammlung über die Planungen für die Stromtrasse „Sued.Link“ umfassend unterrichtet und eine Bürgerversammlung durchgeführt werden.

„Es ist unhaltbar, dass wir uns die Informationen aus Presseveröffentlichungen mühsam zusammen suchen müssen“, so Fraktionsvorsitzender Achim Jäger. Eine Landkarte mit einem mehrere Kilometer breiten Strich, der den Trassenverlauf markieren soll, könne keine geeignete Information sein.

Der veröffentlichte Vorschlag der Firma „TenneT“ sieht vor, dass die Stromtrasse von Borken kommend an Homberg vorbei Richtung Knüllwald errichtet wird. Konkret bedeutet dies, dass sie von Lendorf kommend zwischen Mühlhausen und Berge, direkt an Mardorf vorbei, unterhalb der Friedhöfe an Homberg und am Schwimmbad vorbei über den Werrberg Richtung Mörshausen und Welferode führt. Wo genau ist nach dem öffentlich zugänglichen Kartenmaterial nicht genau erkennbar.

Bei einem Informationsgespräch zum Thema „Klimaschutz und Energiewende“ hat sich die FWG am vergangenen Samstag im FreiRaum ausführlich mit der Thematik beschäftigt. „Was bisher bekannt ist beunruhigt die Menschen. Doch ob diese erste Planung tatsächlich realisiert wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig ungewiss. Daher müssen jetzt schnellstmöglich Fakten auf den Tisch!“ beurteilt FWG-Bürgermeisterkandidat Markus Opitz den derzeitigen Informationsstand. Nur bei frühzeitiger Beteiligung könnten Routenalternativen rechtzeitig beantragt oder die Verlegung von Erdkabeln eingefordert werden, so Opitz weiter.

Die FWG wird der Stadtverordnetenversammlung am 27. März einen entsprechenden Antrag vorlegen. Demnach sollen zu der geforderten Informationsveranstaltung neben der Betreiberfirma TenneT auch die regionalen Energieversorger und der regionale Energieversorgungsverbund SUN eingeladen werden. Im Rahmen der Diskussion müsse auch geklärt werden, in welchem Umfang zusätzliche großräumige Stromtrassen notwendig sind, wenn ernsthaft auf die Dezentralisierung der Energieversorgung hingearbeitet werde.

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