FWG für Einigkeit: Bahnstrecke oder Radweg?

Soll die Eisenbahnstrecke nach Homberg wieder in Betrieb gehen? Oder wäre es besser, man würde auf der alten Bahnstrecke einen Radfernweg bauen? Seit die Homberger Stadtverordnetenversammlung im März 2019 auf Antrag der FWG für einen Radweg gestimmt hat wird eine immer hitziger werdende Diskussion geführt. Die Basisfrage ist, ob die als militärische Güterstrecke gebaute „Kanonenbahn“, auf der bis in die 1980ger Jahre Personenverkehr stattgefunden hat, nach heutigen Gesichtspunkten für den Nahverkehr mit der Bahn nutzbar ist. Oder ob stattdessen ein ebener, kreuzungsfreier Radweg gebaut werden sollte.

„Es freut uns sehr, dass unsere Initiative auf so große Resonanz gestoßen ist“, so Fraktionsvorsitzender Achim Jäger. Auch die Gemeinde Frielendorf sowie der Kreistag unterstützen die Idee des Bahnradweges. Im Verlauf der Diskussion sind aber auch andere Stimmen laut geworden, die eine Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke fordern. Nach Ansicht von Stadtverordnetem Christian Utpatel, selber Inhaber eines Tourismusunternehmens, zeigt die entstandene Debatte das große Interesse an dem Projekt: „Alle Beteiligten sind sich doch einig darin, dass die Bahnstrecke von hohem Wert ist für die anstehende Verkehrswende.“ Man verfolge gemeinsam das Ziel, Alternativen zum fossilen Straßenverkehr zu entwickeln. „Deswegen wäre es ja absurd wenn Bahnbefürworter und Fahrradaktivisten gegeneinander kämpfen würden, während die Autofahrer grinsend aufs Gaspedal drücken“, so Utpatel. Egal ob Bahn oder Rad: Klar ist, dass die langgestreckte Immobilie der Bahnstrecke viel zu wertvoll ist um weiter zu verrotten.

Um die festgefahrene Diskussion in Gang zu bringen und alle Seiten zu versöhnen hat die FWG bei der Homberger Stadtverordnetenversammlung einen Strategieplan eingebracht. Grundlage soll ein Gutachten sein, das die Stadt zusammen mit dem Landkreis und den Nachbarkommunen in Auftrag gibt. Ziel ist es, eine Klärung herbei zu führen: Lohnt sich die Wiederinbetriebnahme des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke? Oder ist ein Radschnellweg die bessere Variante?

Je nachdem wie die Entscheidung zum Eisenbahngelände ausfällt ist dann die jeweils andere Verkehrsform parallel zu stärken: Sofern die Bahnstrecke wieder in Betrieb geht ist der parallele Radweg R 14 auszubauen. Dazu gehören zum Beispiel die Markierung von Radfahrstreifen entlang von genutzten Straßen, die Optimierung von Ortsdurchfahrten und die Sicherung von Überquerungen wie etwa der Straße zwischen Verna und Siebertshausen.

Falls aber ein Bahnbetrieb nicht sinnvoll ist wird die Bahntrasse als Radweg genutzt und der Nahverkehr wird durch eine verbesserte Busverbindung gestärkt. So wie beim Bus Richtung Fritzlar sollen dann auch Richtung Schwalmstadt gesicherte Bushaltestellen entlang der Bundesstraße entstehen und die Busse im engeren Takt fahren.

Auf eines aber legt die FWG Wert: Auch wenn die Bahnstrecke zum Radweg wird, sollen die historische Infrastruktur der Bahn gesichert und Gebäude und Brücken saniert werden. „Die Kanonenbahn ist prägend für unsere Region und soll auf jeden Fall als Industriedenkmal erhalten werden“, so die FWG.

Dokumentiert: Antrag der FWG

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